Arbeitssicherheit in der Werkstatt

Aus Bastler und Co.
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Zur Arbeitssicherheit gibt es im Netz viele berichte und Anleitungen, welche nicht immer eindeutige Aussagen Treffen, Ausnahmen sind die einzelnen Berufsgenossenschaften hier erhält man genaue Infos über gefahren im Arbeitsleben. Hierzu gibt es weiter unten eine Auflistung der Berufsgenossenschaften.
In einer Werkstatt lauern immer und überall gefahren sich zu verletzen, wenn man die folgenden Punkte beachtet so kann man diese Gefahren erheblich verringern.

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Gefahren und was muss man beachten

Als Heim- und Handwerker ist man in der Werkstatt und beim Umgang mit Maschinen, Material und Werkzeugen immer einer Gefahr ausgesetzt, sich und andere zu gefährden.
Um diese Gefährdung zu vermindern hier eine Kleine Liste von Gefahren und deren Vermeidung.

Grundsätzlich

  • In der Werkstatt müssen schwere Lasten bewegt werden. Der Umgang mit Gefahrstoffen am Arbeitsplatz wie Farben, Lacke, Ölen oder Holzstäube kann die Ursache für die Entstehung von Berufskrankheiten und von Arbeitsunfällen sein.

Gefahrenpunkte

Gefahrenpunkt Mensch (ICH)

Hier kannst Du viel selbst unternehmen um Gefahre zu mindern und zu vermeiden.

  1. Achte auf deine Körperliche und Seelische Verfassung und handel entsprechend. Übernehme und führe Arbeiten aus welche du dir auch Körperlich zutraust.
  2. Kontrolliere deine PSA (Persönliche Schutzausrüstung) wie Handschuhe, Atemschutz usw. auf Schäden und vorhanden sein.
  3. Achte auf deine Arbeitskleidung, hierzu Fragen welche du dir stellen solltest.
    1. Ist sie Defekt oder gar nicht vorhanden?
    2. Passt diese zu der Aufgabe die du ausführen möchtest?
    3. Welche Arbeitskleidung ist für meine Tätigkeit erforderlich?
  4. Welche Materialien und Werkzeuge brauche ich?
    1. gibt es Sicherheitsdatenblätter welche ich nicht kenne?

Hier eine Vorlage zur Sicherheitseinweisung (Sicherheitseinweisung Downloade)

Gefahrenpunkt Maschine

Maschinen sind von Natur aus schon eine Gefahrenquelle.
Gefahrenpunkte nach Maschinen

Kreissäge / Formatsäge[1]

Diese "Faustregeln" soltest du unbedingt befolgen. Vor dem Arbeiten:

  • Bedienungsanleitung der Herstellfirma beachten
  • Werkstücke auf Fremdkörper, Risse und lose Äste prüfen
  • Geeignetes Sägeblatt für Material und Arbeitsgang auswählen, z. B. für Längs- oder Querschnitte in Vollholz, Plattenwerkstoffe oder Kunststoffe
  • Nur scharfe und schaden freie Kreissägeblätter aufspannen
  • Keine Kreissägeblätter mit der Aufschrift „HSS“ verwenden
  • Abstand zwischen Spaltkeil und Kreissägeblatt darf maximal 8 mm betragen. Abstand nach jedem Sägeblattwechsel prüfen
  • Bei Einstellung der Maschine die auf dem Kreissägeblatt angegebene Drehzahl nicht überschreiten (z. B. nmax 5600)
  • Kreissäge nur mit Absaugung betreiben
  • Vor dem Einstellen der mechanischen kraftbetätigten Achsen (Höhe Sägeblatt, Schwenkung Sägeblatt, Parallel- und Winkelanschlag) sämtliche Werkstücke vom Maschinentisch entfernen
  • Mögliche Hilfsmittel wie z. B. Schiebestock, Schiebeholz, Zuführhilfen (z. B. Sägehilfe „Fritz und Franz, Besäumhilfen) bereithalten
  • Bei schmalen Werkstücken Parallelanschlag auf untere Führungsfläche umstellen
  • Parallelanschlag so weit zurückziehen, dass ein Klemmen des Werkstücks vermieden wird
  • Schutzhaube auf Werkstückhöhe absenken
  • Fußboden im Bewegungsbereich um die Maschine frei halten, auf Stolperstellen achten
  • Sicherheitsschuhe und Gehörschutz benutzen
  • Eng anliegende Kleidung tragen
  • Zum Sägeblattwechsel Handschuhe anziehen

Während der Arbeiten:

  • Keine Handschuhe tragen
  • Beim Werkstückvorschub die Hände nicht im Bereich der Schnittebene auf das Werkstück legen
  • Werkstücke mit gleichmäßiger Geschwindigkeit und konstantem Andruck vorschieben
  • Unter 120 mm Werkstückbreite Schiebestock, unter 30 mm Nachschiebeholz einsetzen
  • Werkstücke oder Werkstückteile im Bereich des Kreissägeblattes nur mit dem Schiebestock entfernen
  • Zum sicheren Führen Sägehilfe „Fritz und Franz“ einsetzen, insbesondere bei kleinen oder schmalen Werkstücken
  • Sammelbehälter für Materialreststücke verwenden

Nach dem Arbeiten:

  • Maschine und Absaugung ausschalten
  • Werkstückreste vom Maschinentisch entfernen
  • Schutzhaube auf Maschinentisch absenken
  • Absauganschluss im Maschinenständer regelmäßig auf Werkstückreste kontrollieren
  • Verschlissenen Schiebestock oder verschlissenes Schiebeholz ersetzen
  • Maschine regelmäßig reinigen

Videos

Video von Holzwerken
Video von Jonas Winkler

Standbohrmaschine[1]

Ständerbohrmaschinen gehören zu den schnell laufenden Maschinen im Bereich Holztechnik. Deshalb werden oft die von ihnen ausgehenden Gefährdungen unterschätzt.

  • Maschinen dürfen nur bestimmungsgemäß verwendet werden.
  • Die Standbohrmaschine ist vor jeder Inbetriebnahme auf betriebssicheren Zustand zu prüfen, z. B. auf äußere Beschädigungen, lockere Befestigungen, abnormale Geräusche im Leerlauf.
  • Vor dem Einschalten muss der Bohrer (das Werkzeug) und das Bohrfutter (die Werkzeugaufnahme) auf ordnungsgemäßen Zustand geprüft werden.
  • Sind Maschinen defekt oder funktionieren sie nicht wie erwartet, dürfen sie nicht in Betrieb genommen werden. Bei Gefahr muss die Maschine sofort abgeschaltet werden. * Für die Beseitigung der Störung ist der/die Vorgesetzte im Kundenbetrieb zu benachrichtigen. Beschäftigte dürfen Störungen nur dann beseitigen, wenn sie vom Kundenbetrieb speziell dafür unterwiesen wurden. In allen anderen Fällen dürfen nur die Fachkräfte vor Ort die Störung beheben.
  • Werkstücke dürfen niemals von Hand gehalten werden. Es müssen Einspannvorrichtungen verwendet werden.
  • Werkzeug und Werkstück dürfen nur bei Stillstand der Maschine gewechselt werden.
  • Späne dürfen niemals mit der Hand, Putzwolle oder Lappen entfernt werden, geeignet ist ein Handbesen. Das Abblasen mit Druckluft ist unzulässig, da die Späne nur am Arbeitsplatz verteilt werden und Bohröl oder Kühlschmiermittel als Aerosol in der Atemluft verteilt werden. Außerdem tritt eine deutliche Lärmbelästigung auf.
  • Die Beschäftigten müssen ihre Persönliche Schutzausrüstung tragen. Das können Sicherheitsschuhe, Schutzbrille und bei langen Haaren Haarnetz oder Kopfbedeckung sein.
  • Niemals dürfen Handschuhe bei Arbeiten an einer Standbohrmaschine getragen werden.
  • Die Beschäftigten müssen eng anliegende Kleidung tragen. Ärmel mit Bündchen müssen nach innen umgeschlagen werden. Schals sind lebensgefährlich!
  • Während der Arbeiten ist das Tragen von Schmuck, z. B. Ringe, Ketten, Armbanduhren, nicht erlaubt.

Gefahren und Einwirkungen im Betrieb

  • Aufwickeln von langen Haaren, Handschuhen, Kleidungsstücken und Schmuck an rotierenden Bohrern oder Bohrfuttern,
  • herumschlagende Werkstücke,
  • Späne oder scharfkantige Werkstücke,
  • Kontakt mit Kühlschmierstoffen oder Bohrölen, wodurch es zu Hautschäden und Allergien kommen kann.
Dickenhobel / Abrichthobel[1]

Vor dem Arbeiten:

  • Bedienungsanleitung der Herstellfirma beachten
  • Werkstücke auf Fremdkörper, Risse und lose Äste prüfen
  • Es dürfen nur Werkstücke bearbeitet werden, die mindestens so lang sind wie der Achsabstand zwischen Ein- und Auszugswalze.
  • Vor Öffnen der oberen Verdeckung Stillstand der Messerwelle abwarten
  • Prüfen, ob die Hobelmesser ausreichend scharf sind oder Scharten aufweisen
  • Zur Vermeidung von Werkstückrückschlägen ist der Messerüberstand an Maschinen mit kraft-schlüssiger Messerbefestigung sorgfältig und genau einzustellen. Beachten Sie hierzu die Angaben in der Betriebsanleitung der Herstellfirma.
  • Greiferrückschlagsicherung regelmäßig prüfen:
    • Ist sie leichtgängig?
    • Ist sie vollständig?
    • Sind die Glieder scharfkantig?
    • Ist Durchpendeln unmöglich?
  • Vor dem Verstellen der Tischhöhe prüfen, ob Ein- und Ausschubbereich frei von Werkstücken und Holzresten sind
  • Beim Bearbeiten der Werkstücke Scher- und Quetschstellen im Ausschubbereich (mechanischer Werkstückvorschub) vermeiden
  • Vorschubgeschwindigkeit abhängig von der gewählten Spanabnahme und Werkstückbreite einstellen
  • Enganliegende Kleidung tragen
  • Sicherheitsschuhe tragen und Gehörschutz benutzen
  • Dickenhobelmaschine an Absauganlage anschließen

Während der Arbeiten:

  • Nicht bei laufender Messerwelle in die Einschuböffnung sehen (Gefahr von herausfliegenden Teilen)
  • Darauf achten, dass die Absaugung mit dem Einschalten der Maschine anläuft
  • Beim Zuführen der Werkstücke möglichst seitlich neben der Einschuböffnung stehen
  • Bei Maschinen mit starrer Einzugswalze beachten:
  • Schmale Werkstücke so zuführen, dass die Einzugswalze möglichst parallel angehoben wird
  • Nicht mehr als zwei Werkstücke gleichzeitig bearbeiten
  • Nur bei Maschinen mit Gliederdruckbalken dürfen mehr als zwei Werkstücke gleichzeitig zugeführt werden.

Nach dem Arbeiten:

  • Maschine und Absaugung ausschalten
  • Ein- und Ausschuböffnungen auf Werkstückreste kontrollieren und gegebenenfalls entfernen
  • Reinigung und Störungsbeseitigung nur bei ausgeschalteter Maschine durchführen

Videos
[1]

Bandsäge[1]

Vor dem Arbeiten:

  • Bedienungsanleitung der Herstellfirma beachten
  • Werkstück auf Fremdkörper, Risse und lose Äste prüfen
  • Nur scharfe, rissfreie und ausreichend geschränkte Bandsägeblätter verwenden
  • Kontrollieren, ob das Sägeblatt auf der Bandsägerolle richtig ausgerichtet ist
  • Sägeblattführung auf korrekte Einstellung (Rückenrolle, seitliche Führungsrollen) überprüfen
  • Sägeblattverdeckung auf Werkstückhöhe einstellen
  • Darauf achten, dass der Einschnitt für das Sägeblatt in der Tischeinlage so eng wie möglich ist

Erforderliche Hilfsmittel wie z. B. Parallelanschlag, Zuführlade, Schiebeholz, Stützwinkel, Keilstütze bereit halten und bei Bedarf benutzen

  • Fußboden im Bewegungsbereich um die Maschine frei von Stolperstellen halten
  • Behälter für Abfallstücke bereit stellen
  • Bandsägemaschine an eine Absaugung anschließen
  • Eng anliegende Kleidung tragen
  • Sicherheitsschuhe tragen und Gehörschutz benutzen
  • Zum Wechsel des Bandsägeblattes Handschuhe anziehen
  • Wenn beim Werkstückhandling Handschuhe erforderlich sind, müssen sie fingerlos sein.

Während der Arbeiten:

  • Beim Werkstückvorschub Hände nicht im Bereich der Schnittebene auf das Werkstück legen
  • Werkstück mit gleichmäßiger Geschwindigkeit und konstantem Andruck vorschieben
  • Hilfsmittel zur sicheren Werkstückführung verwenden:
  • Beim Auftrennen hochkant stehender Werkstücke diese gegen Kippen sichern, z. B. durch Anlagewinkel, Parallelanschlag, Schiebelade
  • Runde Werkstücke mit Keilstütze gegen Verdrehen sichern
  • Bei langen oder breiten Werkstücken für eine gute Werkstückauflage sorgen, zum Beispiel durch eine Tischverbreiterung/-verlängerung
  • Splitter und Späne nicht bei laufendem Sägeblatt mit der Hand entfernen

Nach dem Arbeiten:

  • Maschine ausschalten, Stillstand abwarten
  • Holzspäne und -splitter aus Schneidbereich und Tischeinlage entfernen
  • Sägeblattverdeckung auf Maschinentisch absenken

Gefahrenpunkt Werkzeug

Gefahenpunkt Material

Farben und Lacke
Holz

Bei Holz denkt man nicht gleich an Gefährdungen für Leib und Leben, jedoch können einige Holzarten gesundheitsgefährdend sein. Zu den Gefahren zählt z.B. Vergiften oder auch das einatmen von Holzpartiekeln kann eine Gefahr darstellen.
Daher Informiere dich im voraus über die Holzarten die du verwenden möchtest und verwende deine Persönliche Schutzausrüstung (PSA).

Chemische Baustoffe und Materialien

Zu den Chemischen Baustoffen oder Materialien gehören z.B. Kalke, Zement, Klebstoffe, Dichtstoffe und vieles mehr....
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Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 https://www.bghm.de/ Berufsgenossenschaft